Was gehört in den Futternapf? Gesunde Ernährung für Maine Coons
Nassfutter, Trockenfutter oder BARF? Und braucht eine Maine Coon wirklich spezielles Rassefutter? Wir erklären, worauf es bei einer gesunden Katzenernährung ankommt, welche Fehler man vermeiden sollte und warum die schönste Verpackung noch lange keinen guten Futternapf macht. Verständlich, alltagstauglich und mit einer Prise Katzenhumor.
Huhn, Rind, Lachs oder doch lieber Ente? Nassfutter, Trockenfutter oder BARF? Wer vor dem Katzenfutterregal steht, könnte meinen, er müsse zuerst ein Ernährungsstudium absolvieren. Dabei ist gesunde Katzenernährung weniger kompliziert, als uns manche Verpackungen glauben lassen.
Kleine Raubtiere mit grossen Ansprüchen
Maine Coons sind beeindruckende Katzen. Sie sind gross, kräftig, verspielt und besitzen eine Fellpracht, um die sie mancher Mensch beneiden dürfte.
Doch hinter ihrer sanften Erscheinung steckt biologisch betrachtet ein kleiner Fleischfresser.
Katzen sind sogenannte obligate Karnivoren. Das bedeutet, dass sie auf Nährstoffe angewiesen sind, die sie natürlicherweise vor allem aus tierischen Quellen beziehen.
Dazu gehören bestimmte Aminosäuren wie Taurin, die für Herz, Augen und zahlreiche weitere Körperfunktionen lebenswichtig sind.
Eine Katze benötigt deshalb eine Ernährung, die auf ihre besonderen Bedürfnisse abgestimmt ist.
Und das gilt selbstverständlich auch für unsere Maine Coons.
Die wichtigste Erkenntnis gleich zu Beginn: Nicht die schönste Verpackung entscheidet über die Qualität des Futters, sondern seine Nährstoffzusammensetzung.
Nassfutter oder Trockenfutter – was ist besser?
Diese Frage beschäftigt wohl fast alle Katzenhalter.
Beide Fütterungsarten haben ihre Vor- und Nachteile.
Nassfutter: Viel Feuchtigkeit im Napf
Nassfutter enthält in der Regel etwa 70 bis 80 Prozent Wasser. Das ist ein wichtiger Vorteil, denn Katzen nehmen von Natur aus einen erheblichen Teil ihrer Flüssigkeit über die Nahrung auf.
Viele Katzen trinken vergleichsweise wenig. Nassfutter kann deshalb helfen, ihre tägliche Flüssigkeitsaufnahme zu unterstützen.
Ausserdem lässt es sich gut portionieren und wird von vielen Katzen gerne gefressen.
Wichtig ist allerdings, dass es sich um ein Alleinfuttermittel handelt. Nur dann ist es dafür vorgesehen, bei passender Fütterungsmenge den gesamten Nährstoffbedarf abzudecken.
Trockenfutter: Praktisch, aber kein Ersatz für Wasser
Trockenfutter ist einfach zu lagern, gut zu portionieren und kann beispielsweise in Futterspielen eingesetzt werden.
Es enthält jedoch deutlich weniger Feuchtigkeit als Nassfutter und ist meist energiereicher pro Gramm.
Deshalb ist es besonders wichtig, die Futtermenge im Blick zu behalten und jederzeit frisches Wasser anzubieten.
Auch hochwertiges Trockenfutter ersetzt die Flüssigkeitsaufnahme nicht.
Unser 689-Cats-Tipp: Eine Ernährung mit einem hohen Nassfutteranteil kann für viele Katzen sinnvoll sein. Entscheidend bleibt aber, dass das gewählte Futter vollständig, ausgewogen und für die jeweilige Lebensphase geeignet ist.
Viel Fleisch bedeutet nicht automatisch gutes Futter
Auf manchen Verpackungen lesen wir beeindruckende Angaben: 70 Prozent Fleisch, 80 Prozent Fleisch oder sogar noch mehr.
Das klingt zunächst hervorragend.
Doch ein hoher Fleischanteil allein sagt noch nicht aus, ob eine Katze alle notwendigen Nährstoffe erhält.
Katzen benötigen neben Proteinen und Fetten auch Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente in der richtigen Zusammensetzung.
Besonders wichtig ist beispielsweise ein ausgewogenes Verhältnis von Kalzium und Phosphor.
Reines Muskelfleisch ist deshalb keine vollständige Katzennahrung.
Auch die Begriffe «natürlich», «Premium» oder «getreidefrei» sind für sich allein keine Garantie für eine ausgewogene Ernährung.
Worauf wir achten würden: Das Futter sollte ausdrücklich als Alleinfuttermittel gekennzeichnet sein, zur Lebensphase der Katze passen und von einem Hersteller stammen, der seine Rezepturen fachlich fundiert entwickelt und die Nährstoffqualität kontrolliert.
Denn unsere Katzen brauchen keine besonders eindrucksvolle Zutatenliste. Sie brauchen eine Ernährung, die ihren Körper zuverlässig versorgt.
Brauchen Maine Coons spezielles Rassefutter?
Maine Coons gehören zu den grössten Hauskatzenrassen. Ihre körperliche Entwicklung dauert häufig länger als bei kleineren Katzen.
Trotzdem bedeutet das nicht automatisch, dass sie ein Futter benötigen, auf dem ausdrücklich «Maine Coon» steht.
Entscheidend sind Alter, Körpergewicht, Körperzustand, Aktivität und individuelle gesundheitliche Bedürfnisse.
Ein ausgewachsenes, eher gemütliches Tier hat beispielsweise einen anderen Energiebedarf als ein ausgesprochen aktiver Jungkater.
Auch Kastration und Lebensumstände können den Kalorienbedarf beeinflussen.
Spezielle Rassefutter können geeignet sein. Sie sind aber nicht grundsätzlich besser als andere hochwertige, bedarfsgerechte Alleinfuttermittel.
Unser Fazit: Nicht die Rassebezeichnung auf der Verpackung sollte entscheiden, sondern das, was tatsächlich im Napf landet.
Kitten brauchen mehr als einfach kleinere Portionen
Gerade in den ersten Lebensmonaten ist eine ausgewogene Ernährung besonders wichtig.
Kitten wachsen schnell, entwickeln Muskeln, Knochen, Organe und ihr Immunsystem.
Dafür benötigen sie ausreichend Energie und eine sorgfältig abgestimmte Versorgung mit Proteinen, Fetten, Vitaminen und Mineralstoffen.
Ein geeignetes Kitten-Alleinfuttermittel berücksichtigt diese besonderen Anforderungen.
Bei Maine Coons ist zudem wichtig, dass ihre körperliche Entwicklung individuell verläuft. Nicht jedes Kitten wächst gleich schnell, und ein möglichst hohes Gewicht ist kein Qualitätsmerkmal.
Bei 689 Cats beobachten wir deshalb die Entwicklung unserer Kleinen aufmerksam und kontrollieren ihr Gewicht regelmässig.
Dabei geht es uns nicht darum, möglichst grosse Katzen heranzuziehen, sondern gesunde Tiere, die sich ihrem Alter entsprechend entwickeln.
Wichtig: Zusätzliche Kalziumpräparate, Vitamine oder andere Nahrungsergänzungen gehören bei einem ausgewogenen Alleinfuttermittel nicht ohne fachliche Empfehlung in den Napf. Zu viel des Guten kann gerade im Wachstum schaden.
BARF – natürliche Ernährung oder unterschätztes Risiko?
Die Rohfütterung, häufig als BARF bezeichnet, wird unter Katzenhaltern intensiv diskutiert.
Die Idee dahinter ist, Katzen möglichst naturnah mit rohen tierischen Bestandteilen zu ernähren.
Grundsätzlich ist es möglich, eine bedarfsgerechte Ration aus einzelnen Zutaten zusammenzustellen. Allerdings erfordert dies sehr genaue Kenntnisse über den Nährstoffbedarf der Katze.
Fehler bei der Zusammensetzung können langfristig zu Mangelerscheinungen oder einer Überversorgung führen.
Hinzu kommen hygienische Risiken. Rohes Fleisch kann Krankheitserreger wie Salmonellen enthalten, die nicht nur für Katzen, sondern auch für Menschen problematisch sein können.
Insbesondere bei Kitten, trächtigen Katzen und gesundheitlich empfindlichen Tieren ist besondere Vorsicht geboten.
Wir würden deshalb von selbst zusammengestellten Rohfutterrationen ohne professionelle Ernährungsberatung abraten.
Wer BARF füttern möchte, sollte den Futterplan von einer entsprechend qualifizierten tierärztlichen Ernährungsfachperson berechnen lassen und die hygienischen Risiken sorgfältig berücksichtigen.
Was gehört nicht in den Futternapf?
Nicht alles, was uns Menschen schmeckt, ist auch für Katzen geeignet.
Einige Lebensmittel können sogar gefährlich werden.
Besonders wichtig sind folgende Beispiele:
* Zwiebeln, Knoblauch und Lauch: Können die roten Blutkörperchen schädigen.
* Schokolade und Kakao: Enthalten für Katzen giftige Stoffe.
* Alkohol und koffeinhaltige Getränke: Können schwere Vergiftungen verursachen.
* Gekochte Knochen: Können splittern und Verletzungen verursachen.
* Stark gewürzte oder gesalzene Speisen: Sind als Katzennahrung ungeeignet.
* Milch: Viele erwachsene Katzen vertragen Laktose schlecht.
Auch Leckerlis sollten nur einen kleinen Teil der täglichen Energiezufuhr ausmachen. Als praktische Orientierung gilt: höchstens etwa zehn Prozent der Tageskalorien.
Der Rest sollte aus einer vollständigen, ausgewogenen Ernährung stammen.
Wie oft sollte eine Maine Coon gefüttert werden?
Kitten benötigen normalerweise mehrere kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt.
Ihr Magen ist noch klein, während ihr Energiebedarf im Verhältnis zum Körpergewicht hoch ist.
Bei erwachsenen Katzen lassen sich die Mahlzeiten individueller gestalten.
Viele kommen mit zwei bis vier Portionen täglich gut zurecht.
Dabei sollte die Tagesmenge zum Energiebedarf und zum Körperzustand passen.
Eine Futterwaage kann helfen, die Portionen richtig einzuschätzen. Gerade bei Trockenfutter wird die aufgenommene Energiemenge sonst leicht unterschätzt.
Und noch ein kleiner Hinweis aus dem Katzenalltag: Nur weil eine Maine Coon vor dem Napf sitzt und uns mit grossen Augen anschaut, bedeutet das nicht zwingend, dass sie kurz vor dem Verhungern steht.
Manche Katzen beherrschen die Kunst der überzeugenden Darstellung einfach besonders gut.
Ein Futterwechsel braucht Geduld
Wer ein neues Kitten bei sich aufnimmt, möchte häufig gleich alles besonders gut machen.
Dazu gehört manchmal auch der Wunsch, sofort auf ein anderes Futter umzusteigen.
Wir empfehlen jedoch, zunächst das gewohnte Futter weiterzugeben.
Der Umzug in ein neues Zuhause ist bereits eine grosse Veränderung. Ein gleichzeitiger Futterwechsel kann den Verdauungstrakt zusätzlich belasten.
Ist später eine Umstellung gewünscht, sollte diese schrittweise erfolgen, beispielsweise über sieben bis zehn Tage. Bei empfindlichen Katzen kann mehr Zeit nötig sein.
Treten anhaltender Durchfall, Erbrechen oder Futterverweigerung auf, sollte tierärztlicher Rat eingeholt werden.
Besonders bei jungen Kitten darf man mit einer solchen Abklärung nicht lange warten.
Unser 689-Cats-Fazit: Qualität statt komplizierter Futterphilosophie
Gesunde Ernährung muss keine Wissenschaft für sich sein. Sie sollte aber auf wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen beruhen.
Für uns stehen einige Grundsätze im Mittelpunkt: ein ausgewogenes Alleinfuttermittel, eine ausreichende Flüssigkeitsversorgung, altersgerechte Portionen und ein aufmerksamer Blick auf die individuelle Entwicklung unserer Katzen.
Wir glauben nicht daran, dass es für jede Maine Coon das eine perfekte Futter gibt.
Was für die eine Katze hervorragend funktioniert, muss für die andere nicht automatisch die beste Wahl sein.
Entscheidend sind die Bedürfnisse des einzelnen Tieres.
Unser 689-Cats-Motto: Nicht möglichst exklusiv füttern, sondern möglichst sinnvoll.
Und wenn unsere Katzen trotzdem gelegentlich so tun, als hätten sie seit mindestens drei Wochen nichts mehr zu essen bekommen?
Dann erinnern wir uns daran, dass Maine Coons nicht nur beeindruckende Katzen sind.
Sondern manchmal auch ziemlich talentierte Schauspieler.
Bei 689 Cats darf der Futternapf gerne einfach sein. Hauptsache, sein Inhalt stimmt.
